Dauerstress schlägt aufs Herz

Auch für Herzkrankheiten und Stress sind Zusammenhänge belegt. Diese sind wenig erstaunlich, denn Stress war für den Menschen ursprünglich mit körperlicher Aktivität, also Angriff oder Flucht, verbunden. Um körperliche Höchstleistungen zu ermöglichen, steigen Herzfrequenz, Blutdruck und Herzleistung. Dem Körper wird also signalisiert: „Vollgas!“ Gleichzeitig werden nicht unbedingt zum Überleben benötigte Organe wie z. B. der Verdauungstrakt schlechter durchblutet.

Die Reaktion unter Dauerstress ist dieselbe, mit verheerenden Folgen für den Körper. Können Sie sich vorstellen, was mit einem Auto passiert, das permanent mit Vollgas gefahren wird? Genau: Sie riskieren Ermüdungserscheinungen, wie z. B. kaputte Dichtungen, oder gar einen kompletten Motorschaden. Dasselbe passiert mit Ihrem Blutgefäßsystem und Ihrem Herzen.

Der hohe Blutdruck unter Stress wird durch ein Zusammenziehen der Blutgefäße verursacht. Insbesondere die kleinen Blutgefäße laufen Gefahr, verstopft zu werden durch im Blut zirkulierende Zucker-, Fett- und Cholesterinteilchen, deren Spiegel schon im Vorfeld durch den Stress erhöht worden waren, um Brennstoff zu liefern für Angriff und Flucht. Stresshormone erhöhen darüber hinaus die Neigung des Blutes, zu verklumpen und zu gerinnen. Im Falle einer Verletzung im Kampf ist das sehr hilfreich, in unserem heutigen Alltag aber steigt dadurch das Thrombose- und Embolierisiko.

Psychologischer Stress wirkt sich besonders ungünstig auf das Herz aus, während körperlicher Stress durch die Bewegung dazu beiträgt, die entstandenen Stresshormone auch wieder abzubauen. Personen, die oft traurig sind, sich viel ärgern und unter einem Kontrollverlust über das eigene Leben leiden, haben auch ein höheres Herzinfarktrisiko.

Es sind übrigens nicht nur übergewichtige Menschen, deren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht ist. Mittlerweile mehren sich die Hinweise, dass es nicht Übergewicht per se ist, dass das Risiko für Herzerkrankungen steigen lässt, sondern vielmehr das abdominelle Übergewicht, sprich: der Bauch. Da Stress besonders Fettablagerungen im Bauchbereich fördert, liegt auf der Hand, dass dadurch auch bei insgesamt normalgewichtigen Menschen das Risiko für Herzerkrankungen steigt. Auch die Übersäuerung des Körpers spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die gute Nachricht: Ein gutes soziales Netzwerk kann die Auswirkungen von Stress auf Herz und Gefäße mindern und vor Erkrankungen schützen.

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