Vitamine, Mineralstoffe, Adaptogene und Hormone

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen des B-Komplexes ist für eine angemessene Stressantwort entscheidend. Andere Studien heben die Bedeutung von Vitamin C, Magnesium und Zink hervor.

Bei den B-Vitaminen hat insbesondere Pantothensäure (Vitamin B5) eine kontrollierende Wirkung auf die Cortisolsekretion unter Stress, indem sie die Nebenniere beeinflusst. Allerdings gibt es keine belastbaren Belege für eine alleinige Wirkung von Vitamin B5, sodass es in Multivitaminpräparaten eingenommen werden sollte. Thiamin (Vitamin B1) alleine und in Kombination mit Vitamin C und Vitamin B6 konnte bei frisch operierten Patienten die Cortisolspiegel im Vergleich zur Kontrolle wirksam senken.

Für Vitamin C wird eine Einnahme von 250 – 1000 mg pro Tag empfohlen. Da Vitamin C in höheren Dosierungen schlechter aufgenommen wird, sollte die Gesamtmenge in mehreren Dosen zu 100 – 250 mg über den Tag verteilt werden).

Forscher fanden heraus, dass eine Einnahme von 1000 mg Calcium gegenüber 500 mg pro Tag über zwei Jahre hinweg zu einer um ca. 10 kg geringeren Körperfettmenge führte. Achten Sie bei Calciumsupplementen darauf, dass das Calcium an organische Salze wie Citrat oder Laktat gebunden ist.

Vor allem die Mineralstoffe Magnesium und Kalium gehen bei Stress und erhöhten Cortisol- und Aldosteronspiegeln verstärkt verloren und müssen über die Nahrung oder Supplemente ersetzt werden. Besonders sinnvoll sind basenbildende Kalium- und Magnesium-Citrate.

Zink erfüllt wichtige Funktionen als Baustein zahlloser Enzyme und ist in eine Vielzahl von Körperprozessen eingebunden, z. B. Regeneration der Darmschleimhaut, Säure-Basen-Haushalt, Testosteronproduktion, Wundheilung, Energiestoffwechsel, Muskelaufbau und Zellreparatur. 15 bis 30 mg Zink täglich reichen aus, um eine normale Versorgung sicherzustellen.

Zusätzlich gibt es eine Reihe von Pflanzenstoffen, die dem Körper helfen können, besser mit Stress umzugehen (sog. Adaptogene). Allgemein werden ihre Wirkungen darauf zurückgeführt, dass sie Stoffwechselprozesse im Körper und die Spiegel der Stresshormone balancieren helfen. Zu den Adaptogenen zählen z.B. Grüntee (Theanin), Ginseng, Rosenwurz (Rhodiola rosea), Melisse und Reishi-Pilz. Nicht als Adaptogen, sondern als Beruhigungsmittel wirkt Baldrian mild schlaffördernd und gegen Nervosität, insbesondere in Kombination mit anderen beruhigend wirkenden Pflanzen wie Melisse und Hopfen. Magnesium ist bekanntlich das wichtigste Antistress- und Entspannungs-Mineral und sollte auch abends vor dem Schlafen eingenommen werden.

Gegen Einschlafprobleme können 1-3 mg Melatonin helfen. Das natürliche Schlafhormon hat zahlreiche sehr positive Nebenwirkungen: Es verbessert nicht nur die Schlafqualität, sondern schützt auch das Gehirn und Nervensystem und beugt Krebs vor. Pistazien liefern z. B. viel Melatonin, aber leider auch Kalorien.

Und was ist mit dem guten alten Cortison? Mit den Antibiotika gehört Cortison zu den wirkungsvollsten und wichtigsten Medikamenten, die je entdeckt wurden. Es kann ein wahrer Lebensretter sein. Leider ist es bei Ärzten dadurch so populär geworden, dass es sich durch seinen Dauereinsatz zum schleichenden Killer entwickelt hat. Kurzfristig schadet die Einnahme von Cortison meistens nicht und kann sehr sinnvoll sein, wenn man eine überschießende (Auto-)Immunantwort unterbrechen muss. Jede Dauereinnahme führt dagegen zu zahlreichen Nebenwirkungen und man sollte nach besseren Alternativen suchen.

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