Psychosomatik

Der Mensch wird in unseren philosophischen und alten medizinischen Traditionen als eine Dreiheit von Körper, Geist und Seele beschrieben. Die traditionelle Heilkunde Indiens, der Ayurveda, sieht das ebenso und beschreibt das innere Selbst, den eigentlichen Kern unserer Persönlichkeit und unseres Bewusstseins, als einen Bereich, der nie krank werden kann, ja der ewig jugendlich ist. Nach dieser Vorstellung tragen wir also das Potential zur Gesundheit in uns. „Der Patient ist Arzt, der Arzt ist sein Gehilfe“, hat Paracelsus formuliert.

Therapie, die von außen kommt, kann Impulse geben, kann Erstarrungen auflösen, kann das Gleichgewicht der Stoffwechselfunktionen wieder herstellen. Heilung muss jedoch im Inneren geschehen, sonst folgt früher oder später die nächste Erkrankung.

Aus Sicht der modernen psychosomatischen Medizin, die leider nach wie vor ein Schattendasein führt, gibt es keine Erkrankung, die nicht wenigstens psychische Einflüsse bei ihrer Entstehung aufzuweisen hat. Um so mehr gilt dies für die heute vorherrschenden chronischen Erkrankungen. Im Fluss zu bleiben bedeutet, bei jeder Störung zu fragen:

  • Was will mir das sagen?
  • Wie fühlt es sich an?
  • Welches Problem will mein Körper mit diesem Symptom ausdrücken?

Nehmen Sie sich Zeit für diese Fragen. Sprechen Sie mit einem lieben Menschen darüber. Jede Krankheit ist eine Aufforderung, inne zu halten und die Ausrichtung des eigenen Handelns, Denkens und Fühlens zu hinterfragen. Begeben Sie sich auf diesen Weg! Es lohnt sich; denn Sie werden schrittweise lernen, sich selbst besser zu verstehen. Seelische Erstarrung, ungelöste Konflikte und eine ungesunde Lebensweise lassen nach und nach die hochdynamischen Regulationssysteme des Körpers ebenfalls erstarren. Die Widerstandskräfte sinken; das Gleichgewicht wird labiler, bis es schließlich kippt.

Wollen wir den Weg in die entgegengesetzte Richtung gehen und trotz Älterwerden unsere Vitalität, Lebensfreude und Flexibilität bewahren, gilt es, die Quellen der Gesundheit im Innern zu erforschen und lebendig zu machen. Es gibt immer wieder Beispiele, dass Menschen durch innere Wandlung schwerste Krankheiten überwunden oder sogar scheinbar ausweglose Situationen gemeistert haben. Die tiefsten Ursachen für Glück und Gesundheit liegen in uns selbst. Wir müssen sie nur erwecken, falls sie in Schlummer versunken sind.

Ebenso wie der Atem seelisches Empfinden und körperliche Prozesse miteinander verbindet, gehen traditionelle Medizinsysteme davon aus, dass es eine grundlegende Lebensenergie gibt, die alle körperlichen Prozesse steuert und für die Gesunderhaltung zuständig ist. In China wird diese Energie Chi/Qi, in Indien Prana oder Ojas genannt. Akupunkturpunkte und Meridiane haben sich in der Praxis als praktikable Modelle erwiesen, um erfolgreiche Diagnosen zu erzielen und therapeutische Maßnahmen zu ergreifen. Die Forschungen von Pischinger, Heine und Nordenström zeigen, dass es für diese Phänomene auch eine naturwissenschaftliche Grundlage und Erklärung gibt. Gefäß-Nervenbündel lassen sich meistens in diesen Bereichen finden, die aufgrund ihrer Verbindungen mit dem Gesamtkörper Organe der Grundregulation sind. Mit verschiedenen Messverfahren lassen sich Veränderungen der elektrischen Potentiale nachweisen. Maßnahmen, die die Lebenskraft stärken, sind zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten essentiell, sie decken sich mit vielen Erkenntnissen der modernen Präventivmedizin und sollten deshalb ernst  genommen werden.

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