Systemische Störung

An diesem Punkt wird deutlich, dass Krebs als eine systemische Erkrankung betrachtet werden muss. Nach Ansicht der ganzheitlichen Krebsmedizin ist die zelluläre Entgleisung meist die Folge eines über lange Jahre vorher bestehenden, vielschichtigen Erkrankungsprozesses. Ist das System sehr geschwächt, sei es durch Vitalstoffmangel, durch Gifte, Säuren, Entzündungsherde oder seelische Ursachen, ist es nicht mehr in der Lage, lokale Störungen auszugleichen.

Die Grundregulation des Organismus steht nicht mehr im Fließgleichgewicht, sondern ist lokal und meist auch systemisch „erstarrt“. Die Ursachen für die Stagnation des Stoffaustauschs haben wir bereits ausführlich dargestellt. Die Konsequenz der Erstarrung ist eine mangelnde Sauerstoff- Versorgung und Gift-Entsorgung. Giftstoffe zerstören, wie Seeger aufgezeigt hat, die Schlüsselenzyme der Energiegewinnung, insbesondere die Cytochromoxidase.

Die Folge: Die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, verringern oder stoppen die Energiegewinnung aufgrund von Sauerstoffmangel und/oder zerstörten Enzymkomplexen. Um zu überleben, schaltet die Zelle auf die embryonale Form der Energiegewinnung, die Zuckergärung, um und nimmt dabei auch die typischen Verhaltensweisen embryonaler Stammzellen an, insbesondere das ungezügelte Wachstum. Natürlich ist die Gärung kein effektiver Weg der Energiegewinnung. Hieraus ergeben sich für Krebszellen und damit auch für Krebskranke typische Auswirkungen:

  • Das elektrische Potential an der Zellmembran der Tumor zelle bricht weitgehend zusammen. Die Tumorzelle gleicht einer leeren Batterie, die ihre Umgebung energetisch aussaugt. Auf diese Weise wird die Lebenskraft des gesamten Organismus zunehmend aufgezehrt.
  • Beim Krebs finden wir fast immer eine Erstarrung der Wärmeregulation und Drosselung der Energie- und Wärmeproduktion. Der Krebskranke hat häufig vor seiner Erkrankung über Jahre oder Jahrzehnte keine Fieber mehr erlitten. Die normalen Temperaturschwankungen nach dem Tag-Nacht-Rhythmus (nachts Abkühlung, tagsüber Erwärmung der Körpertemperatur) treten nicht mehr auf, es besteht vielmehr meist eine insgesamt erniedrigte Körpertemperatur. Die Wärmeerzeugung ist die für den Körper energieaufwendigste Arbeit. Sie wird als erstes reduziert.
  • Der Sauerstoff- und Energiestatus ist insgesamt meist deutlich erniedrigt, wie sich durch Messungen des oxidativen Potentials und des Sauerstoffpartialdrucks nachweisen lässt. Die umfassenden Untersuchungen von Dr. von Brehmer zeigen, dass das venöse Blut von Menschen im Vorfeld von Krebs oder mit Krebs arm an CO2 und daher alkalisch ist. Denn der Sauerstoff, der durch die Arterien zu den Geweben transportiert wird, kann nicht mehr zu CO2 verbrannt werden. Das Bindegewebe und der Tumor ist dagegen stark übersäuert. Diese Milieuverschiebungen und der Zusammenbruch der körpereigenen Abwehrsysteme bilden das Milieu, in dem sich krebsfördernde Mikroben im Sinne von Béchamp, Enderlein, Rife, Brehmer und Naessens entwickeln.

Gestützt auf genaue Beobachtung und gesammelte Erfahrungen über Generationen nannten die Ärzte des Mittelalters den Krebs eine „kalte und trockene Erkrankung“. Mit dieser Charakteristik haben sie zwei wichtige Eigenschaften des Krebskranken erfasst, nämlich seinen gestörten Wärmeorganismus und seinen gestörten Wasserhaushalt. Epidemiologische Untersuchungen über die Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Krebs und fehlendem Fieber weisen auf die Erstarrung des Wärmeorganismus in der Vorphase hin. Bemerkenswert ist, dass nach fieberhaften Infekten vielfach ein spontanes Verschwinden der Krebserkrankung (Spontanremission) beobachtet worden ist.

Der bekannte Schweizer Krebsarzt Windstosser berichtet von Versuchen, den chemotherapeutisch bedingten Haarausfall durch eine Kühlhaube zu vermeiden. Dabei sollte das Zellgift über eine Reduktion der Blutzirkulation von den Haarwurzeln ferngehalten werden. Die anfänglichen Erfolge mit dieser Methode erwiesen sich schnell als trügerisch; denn Metastasen siedelten sich bevorzugt in den unterkühlten Bereichen an.

Normalerweise ist Kälte tödlich, aber manche Zellarten können trotz eisiger Kälte überleben. Dies trifft auf Embryonen und Spermien zu, die Monate und Jahre unbeschadet bei –193ºC in flüssigem Stickstoff am Leben bleiben, aber auch auf Krebszellen, die sich selbst nach tagelangem Einfrieren in tiefsten Temperaturen noch weiter vermehren können. Tumorzellen weisen eine andere Eigentemperatur auf als das sie umgebende Gewebe. Sie sind um 1 – 2,5ºC kühler; dies wird durch ihren anders-artigen Stoffwechsel verursacht. Auf Wärme reagieren Krebszellen empfindlich. All diese Beobachtungen sprechen dafür, das zwischen der Körperwärme und einer gesunden Immunabwehr Zusammenhänge bestehen.

Reizadditionstheorie – oder was das Fass zum Überlaufen bringt

Schon der Vater der Zellularpathologie, Rudolf Virchow, verstand Krebs als die Addition chronischer Reize. Hierbei entsteht der Tumor im Spannungsfeld von Disposition (Veranlagung) und Exposition (äußere Einflüsse). Mit anderen Worten: Der eine Organismus gleicht einem großem Fass, in den viele Reize hineinpassen, bevor es überläuft. Der andere gleicht einem kleinen Fass, das nur wenig Reizen Platz bietet. Was das Fass schließlich zum Überlaufen bringt, ist einerlei.

Denn entscheidend ist nicht die Art des Reizes (eingangs haben wir die wichtigsten Arten von Reizen genannt), sondern die Intensität des Reizes, die Anzahl der Reize und deren gegenseitige Verstärkung. Hier liegt die Übereinstimmung verschiedener Hypothesen zur Krebsentstehung: Ob es sich um cancerogene Noxen, elektrophysikalische Reize wie Elektrosmog, radiogene, biochemische, psychische, immunologische, mikrobielle oder virale Reize handelt, erscheint nebensächlich. Das Geschehen betrifft zunächst die Grundsubstanz (den von der Wissenschaft wenig beachteten Bereich außerhalb der Zellen) und die Grundregulation (lokale und übergeordnete Regelmechanismen).

Auf jeden intensiven Reiz reagieren unser Geist und unser Körper mit einem Schock (Erregung, Stress), gefolgt von einer Gegenschockphase (Entspannung, Regeneration). Bei wiederholten krankmachenden Reizen kann das Grundsystem in der Schock- oder Gegenschockphase stecken bleiben und entweder in einer chronisch fortschreitenden Entzündung oder in der Entwicklung eines bösartigen Tumors enden. Beide Endstadien werden nach Heine und Perger durch eine erstarrte Grundregulation verursacht.

Das Licht in den Zellen erlischt

Wie schon beschrieben, werden in einem biologischen System bestimmte Strahlungsfrequenzen (Biophotonen) für die Übermittlung von Informationen eingesetzt. Nach Popps Untersuchungen büßen Tumorzellen in ihrer Biophotonenstrahlung Kohärenz (Ordnung) ein und haben eine deutlich erniedrigte Fähigkeit, Biophotonen zu speichern. Ihre Zellkommunikation und Energiespeicherfähigkeit ist dadurch gestört.

 

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