Homocystein

Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass Homocystein, eine toxische Aminosäure, ein entscheidender Mitauslöser der Arteriosklerose ist. Bereits ein Anstieg des Homocysteinspiegels um 10 bis 15 % erhöht das Herzinfarktrisiko um das Drei- bis Vierfache. Erhöhte Homocystein Werte lassen auch das Gehirn verstärkt altern. Menschen mit hohen Homocystein-Werten erkranken 5-mal so häufig an Alzheimer. Jeder zweite Deutsche hat zu hohe Homocystein Werte.

Zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Hinblick auf erhöhte Homocystein-Werte ist eine Vitaminsubstitution der Vitamine B6, B12 und Folsäure besonders für Frauen spätestens mit Eintreten der Menopause unbedingt zu empfehlen. Nur so kann der eigenständige Risikofaktor der zu hohen Homocystein-Spiegel, der bedeutsamer als Rauchen, Cholesterinerhöhung, Bluthochdruck oder Übergewicht ist, unter Kontrolle gebracht werden. Eine Kontrolle des Homocystein- Spiegel ist spätestens ab dem 50. Lebensjahr zu fordern. Durch frühzeitige Substitution könnten viele Herzinfarkte vermieden werden. Innerhalb von Tagen kann, wie Beobachtungen in der eigen Praxis zeigen, ein Idealwert erreicht werden. Wird die Einnahme unterbrochen, kommt es erneut zum Anstieg des Homocysteins.

Die Vitamine Folsäure, B6 und B12 bauen Homocystein zu andere ungefährliche Substanzen ab. Bereits ein leichtes Defizit (Serumspiegel im unteren Normbereich oder sogar noch im Normbereich) führt zu einem Anstieg des Homocysteinspiegels.

Der Normalbereich von Homocystein beträgt im Plasma 5-12 mmol/l. Plasmaspiegel zwischen 15 und 30 mmol/l werden meist durch ernährungsbedingten Vitaminmangel verursacht. Plasmaspiegel über 30 mmol/l nach Methioninbelastung deuten auf vererbt hohe Spiegel hin. Bei Verdacht sollte schon im Kindesalter eine genaue Untersuchung erfolgen, da ansonsten der Tod noch vor dem 20. Lebensjahr eintreten kann.

Mehrere Studien konnten in der Vergangenheit eine enge Beziehung zwischen der Vitamin-B-Versorgung, der Höhe der Homocysteinwerte sowie der geistigen Leistungsfähigkeit nachweisen. Homocystein fällt als Zwischenprodukt im Stoffwechsel der Aminosäuren an. Personen mit hohen Homocysteinwerten erkranken 4,5-mal häufiger an der Alzheimer- Krankheit als Menschen mit niedrigen Werten. In einer amerikanischen Studie wurden 1100 Patienten im Alter von durchschnittlich 76 Jahren beobachtet. Jeder Zehnte von ihnen entwickelte im Lauf von 8 Jahren eine Demenz. Homocystein ist im Stoffwechsel ein Gegenspieler des B-Vitamins Folsäure, d.h., der Homocystein-Gehalt im Blut lässt sich durch Folsäure senken, auch Omega-3-Fettsäuren (Leinöl) sind therapeutisch wirksam.

Eine weitere amerikanische Forschergruppe hat festgestellt, dass das Schlaganfall-Risiko durch eine folsäure-reiche Ernährung deutlich reduziert werden kann. Beide Studien belegen die Bedeutung der B-Vitamine, die auch als „Gehirn- und Nervenvitamine" bekannt sind. Ein Mangel an Folsäure erhöht auch deutlich das Risiko, an Parkinson zu erkranken. Auch der Zusammenhang mit Depressionen und Demenz wird diskutiert.

Nervenfunktionen werden durch Homocystein gestört:

  • geringere Bildung von Gehirnbotenstoffe
  • Verengung der Blutgefäße im Gehirn (Risiko: Schlaganfall, vaskuläre Demenz)
  • direkte Schädigung der Nervenzellen bis hin zum Zelltod

Die Bedeutung von Homocystein sowie einer ungenügenden Vitaminversorgung im Präventionskonzept von Herz- Kreislauferkrankungen ist noch viel zu wenig bekannt. Gesunde Gefäße erhalten die geistige Leistungsfähigkeit 

Viele Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter werden einfach als Alzheimer abgestempelt und medizinisch nicht intensiv genug behandelt. Im Gehirn von Alzheimer- Patienten finden sich regelmäßig spezielle Ablagerungen, die Plaques und Fibrillen genannt werden.

Eine Studie der Universität Kentucky zeigt aufsehenerregende Ergebnisse: Nicht diese Plaques alleine erzeugen Demenz- Erscheinungen, sondern vor allem die Kombination von Plaques und Gefäßschäden der Arteriosklerose. Herausgefunden wurde dies an sehr alten Nonnen, die sich mit der Untersuchung ihres Körpers nach dem Tod einverstanden erklärt hatten. Trotz Alzheimer-Plaques wurde eine hohe geistige Leistungsfähigkeit bis ins sehr hohe Alter festgestellt, aber nur dann, wenn die Gefäße ansonsten in Ordnung waren. Alles, was die Gefäße schützt, kann also auch der Demenz vorbeugen und verdient umso mehr Beachtung.

Gehören Sie zu den Menschen, die immer unter Strom stehen?

Nicht zuletzt hängt es von der Persönlichkeit ab, ob eine Erkrankung des Herzens oder der Gefäße entsteht oder nicht. Eine besonderes Risiko entsteht bei der Ausprägung folgender Eigenschaften:

  • starker (oft selbst gesetzter) Erfolgs- und Zeitdruck,
  • hartnäckiges Festhalten an Zielen,
  • übersteigertes Bedürfnis nach äußerer Anerkennung,
  • Konkurrenzdenken, Rivalisierung, Konfliktbereitschaft,
  • Unzufriedenheit,
  • Schwierigkeiten, Gefühle zu äußern,
  • Sorgen, Ängste und die Unfähigkeit, sich wirklich zu entspannen und loszulassen

Manche Menschen sind stressgeplagt, in ständigem Erregungszustand, reagieren ungeduldig, aggressiv, arbeitsbesessen und ehrgeizig. Sie stecken sich hohe Ziele und geraten schließlich in Panik. Dieser Menschen-Typus ist stressanfälliger und vor allem herzinfarktgefährdet. Bei Stress wird nicht nur Adrenalin freigesetzt, Blutzucker, Herzschlag und Blutdruck erhöht, sondern auch viele Stoffwechselsäuren erzeugt, die vor allem die Neigung zu Blutgerinnselbildung begünstigen.

Fragen Sie sich ganz offen selbst, wie stark einige dieser Eigenschaften bei Ihnen ausgeprägt sind. Versuchen Sie zu erkennen, wie sehr alle diese Eigenschaften mit Druck und Anspannung und damit auch mit Erstarrung zu tun haben. Denken Sie darüber nach, ob der Erfolg es lohnt, wenn Sie selbst dabei kaputt gehen. Hinzu kommt, wie Sie auf verschiedene stressauslösende Situationen reagieren, und ob u.a. vermehrt Nikotin und Koffein konsumiert werden. Der Anteil der Raucher an der Herzinfarktrate ist durch das Gefäßgift Nikotin wesentlich höher als bei Nichtrauchern. Nikotin und die durch Rauchen erzeugten freien Radikale greifen stark die Gefäße an und erhöhen das Herzinfarktrisiko dramatisch. Die stärksten Gefäßkrämpfe (Durchblutungsstörungen) werden durch Nikotin verursacht. Bereits drei Züge einer Zigarette verengen die Blutgefäße um 40% Prozent. Schwere Raucher haben ein 3,5 mal höheres Herzinfarktrisiko als Nichtraucher.

Wo wir schon beim Thema Druck sind; Auch der Bluthochdruck hat seine seelische Seite. Äußerlich beherrscht und innen kocht es; Wut und Ärger werden zu wenig gezeigt und stauen sich zu immer mehr Druck auf. Geringe Anpassungsfähigkeit an Neues, Veränderungen werden häufig als Bedrohung empfunden. Bescheidenheit aus dem Wunsch heraus, von anderen anerkannt zu werden, und (zu große) Opferbereitschaft. Die eigenen Bedürfnisse werden vernachlässigt.

Diese Empfindungen und die daraus resultierenden Verhaltensweisen lassen sich vorzüglich als positive Eigenschaften rechtfertigen. Wenn ihr Quellgrund aber die angstvolle Außenorientierung ist, zeigt sich das Problem in dem inneren Dauerdruck. Auch der Wunsch, es immer noch besser machen zu wollen, und Arbeitswut führen zu einem Gefangensein in einem sich selbst verstärkenden Kreislauf.

Zusammenfassung Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

 Schutzfaktor

 Risikofaktor

Entspannung

Dauerstress
Anti-Oxidantien aus Obst und Gemüse, Vitamin C, E, Q10, Selen, OPC, Omega-3- Fettsäuren als spezifischer Kollagenschutz Instabile, verletzbare Gefäßwände durch mangelhaftes Kollagen und Elastin, freie Radikale

Folsäure, Vitamin B12 & B6

Homocystein, Nikotin, Hochdruck

HDL-Cholesterin

LDL-Cholesterin

Omega-3-Fettsäuren (Leinöl)

Tierische Fette

 Maßvolles Training

Bewegungsarmut und Extremsport

 

 

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