Elektrisches Zellpotential

Vielleicht geht es Ihnen wie uns. Chemie ist schon manchmal schwer zu verstehen, doch physikalische Vorgänge sind häufig noch weniger greifbar. Deshalb versuchen wir das folgende stark vereinfacht darzustellen:

Die Zelle gleicht einer Batterie. So wie die Batterie durch chemische Inhaltsstoffe eine Spannung aufbaut und bei Bedarf abgibt, baut die Zelle durch chemische Elemente (vor allem Kalium und Natrium-Ionen) an der Zellmembran eine elektrische Spannung von ca. –70 Millivolt auf. Die hierzu notwendige Energie erzeugt die Zelle in den Mitochondrien. Die an der Membran gespeicherte Energie ist die Grundlage für die gesunden Lebensprozesse der Zelle. Für Krebszellen ist ein zusammengebrochenes Zellpotential (-10 mV) typisch.

Die Energie in Form von ATP nutzt die Zelle, um ständig das Spannungspotential der Zellbatterie aufrechtzuerhalten. Hierzu dienen spezielle ‚Pumpen' (Natrium-Kalium-ATPasen), die dafür sorgen, dass in den Zellen der Kalium-Level (K+) hoch, der von Natrium (Na+) niedrig bleibt. Außerhalb der Zelle ist es umgekehrt. Dieses elektrische Zellpotential ist die energetische Lebensbasis der Zellen.

R.O. Becker schreibt in seinem Klassiker „Der Funke des Lebens“: „Bei jeder Bewegung, beim Herzschlag, beim Denken und bei den Heilungsvorgängen spielen elektrische und elektromagnetische Felder die Hauptrolle.“ Auch die Übertragung von Nervenimpulsen und Denkvorgängen erfolgt auf elektrischem Wege. Es ist daher nicht verwunderlich, dass andauernder Elektrosmog einen bedeutenden Stress- und Störfaktor für den Energiehaushalt der Zelle und das Nervensystem darstellt. Ebenso haben Magnetfelder einen nachhaltigen und nachweisbaren Einfluss auf den menschlichen Organismus.

Das Zeta-Potential hält Ihr Blut im Fluss

Es ist erstaunlich, dass das Blut, obwohl es zu einem großem Teil aus festen Teilchen besteht, so flüssig ist, dass es rasch jede Zelle versorgen kann. Dies geschieht über kleinste Kapillaren, die sogar kleiner als die roten Blutkörperchen selbst sind. Der Grund dafür liegt in der kolloidalen Struktur der Blutbestandteile. Mit Kolloiden bezeichnet man eine Zustandsform der Materie, die durch die gleichmäßige Verteilung von sehr kleinen Partikeln (1 nm – 1 Mikrometer) in einer Flüssigkeit gekennzeichnet ist. Kolloide sind ein Wunderwerk der Natur, die den Gegensatz von festen und flüssigen Eigenschaften integrieren können. Sie verkörpern die Balance zwischen den gegensätzlichen Polen und zeigen, wie es trotz eines hohen Anteils fester Bestandteile möglich ist, im Fluss zu bleiben.

Blut besteht zu rund 45% aus Zellen: ca. 0,4% weiße Blutkörperchen zur Immunabwehr und ca. 45% rote Blutkörperchen, die in der Lunge mit Sauerstoff beladen werden und diesen zu den Zellen transportieren. Die anderen 55%, das Blutplasma, bestehen zu 90% aus Wasser, zu 0,9% aus Elektrolyten (Mineralien) sowie zu 7,2 % aus Proteinen, vor allem Albumin und anderen Transportproteinen, dem Gerinnungsstoff Fibrinogen und Immunglobuline, die als Antikörper fungieren.

In einer kolloidalen Lösung wie dem Blut stoßen die zahlreichen gelösten Teilchen aufgrund gleicher negativer Ladung einander ab, ebenso wie sich zwei gleichpolige Magnete abstoßen. So bleibt das Blut flüssig. Die Ursache für diese Fähigkeit liegt in den elektrostatischen Oberflächenkräften, die als Zeta-Potential bezeichnet werden.

Durch das Atmen wird das Blut mit Sauerstoff angereichert, wobei die roten Blutkörperchen negativ geladen werden. Je weniger rote Blutzellen mit Sauerstoff beladen sind und daher einander abstoßen, desto mehr kleben die Blutkörperchen zusammen und verursachen einen „Verkehrsstau“. Dieses auch als Geldrollenbildung bekannte Phänomen blockiert die feinen Kapillaren und damit die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen. Zur Bildung von Blutgerinnseln kommt es vor allem im sauerstoffarmen Venen- System.

Das Zeta-Potential des Blutes liegt bei ca. –20 mV. Je negativer es wird, desto fließfreudiger ist das Blut. Wird es positiver, beginnen die Bestandteile des Blutes zu verklumpen. Einfach geladene Ionen haben kaum einen Einfluss auf das Zeta- Potential. Zweifach geladene Ionen haben einen 3000 mal größeren Einfluss auf das Zeta-Potential, während dreifach geladene Ionen das Zeta-Potential 6000 mal stärker verändern. Dreifach positiv geladenen Ionen, wie z. B. Aluminum, sind daher für das negative geladene Zeta-Potential besonders gefährlich, während dreifach negativ geladene Citrate förderlich sind.

Wenn das Zeta-Potenial des Blutes niedrig ist, können Mikro- Nährstoffe nicht ausreichend im Blut gelöst werden, um sie zu den Zellen zu transportieren, und Giftstoffe können nicht in Lösung gebracht werden, um sie zu entsorgen.

Sie können das Zeta-Potential durch Mineralstoffmischungen steigern, die reich an basischem, dreifach negativ geladenen Kalium-Citrat sind. (Citrat wird in der Medizin als Gerinnungshemmer verwendet.) Für diesen Zweck sollte ca. 1g Pulver auf 1 Liter Osmose-Wasser gelöst werden. Laut Riddick ist dies besonders für Menschen mit gerinnungsfreudigem Blut und gehäuften Extrasystolen empfehlenswert. Eiweißspaltende Enzyme – so haben Williams und Domen nachgewiesen – verhindern die Verklebung von roten Blutkörperchen durch das Zeta-Potential senkende (polykationische) Substanzen. Auch über bestimmte Formen der Elektro- und Magnetfeld- Therapie lässt sich das Zeta-Potential aufladen.

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